Neuer HIN Client 4.0: Das müssen Arztpraxen jetzt beachten
Neuer HIN Client 4.0: Was Arztpraxen bis September 2026 beachten müssen
HIN erneuert seine technische Plattform und führt den neuen HIN Client 4.0 ein. Für Arztpraxen bedeutet dies, dass die vorhandenen Computer und Betriebssysteme rechtzeitig überprüft werden sollten.
Die neue Version kann gemäss HIN ab Mitte August 2026 manuell installiert werden. Spätestens am 14. September 2026 wird der bestehende HIN Client automatisch auf Version 4.0 aktualisiert.
Auch wenn das Update grundsätzlich automatisch erfolgt, sollten Praxen nicht einfach bis zum Stichtag warten. Besonders Computer mit Windows 10 oder ältere Mac-Geräte können von der Umstellung betroffen sein.
Wofür wird der HIN Client benötigt?
Der HIN Client ist auf vielen Arbeitsplätzen im Schweizer Gesundheitswesen installiert. Er ermöglicht einen sicheren Zugriff auf HIN-geschützte Dienste und Anwendungen.
Dazu gehören beispielsweise:
- HIN Webmail
- geschützte medizinische Plattformen
- Anwendungen mit HIN-Anmeldung
- elektronische Dienste im Gesundheitswesen
- zukünftig auch Zugriffe auf das elektronische Patientendossier
Vereinfacht gesagt funktioniert der HIN Client wie ein digitaler Schlüssel. Er bestätigt gegenüber einer geschützten Anwendung, dass eine berechtigte HIN-Identität verwendet wird.
Da in einer Arztpraxis täglich mit sensiblen Patienteninformationen gearbeitet wird, muss dieser Zugang zuverlässig und sicher funktionieren.
Welche Betriebssysteme unterstützt der neue HIN Client?
Der neue HIN Client 4.0 unterstützt gemäss HIN folgende Betriebssysteme:
- Windows 11
- macOS 14 oder neuer
Wer weiterhin ein älteres Betriebssystem verwendet, muss dieses vor dem 14. September 2026 aktualisieren oder das betroffene Gerät ersetzen.
Besonders wichtig ist dies für Arztpraxen, die noch Computer mit Windows 10 einsetzen.
Ein Computer kann äusserlich weiterhin einwandfrei funktionieren und für normale Büroarbeiten ausreichend schnell sein. Trotzdem kann er die technischen und sicherheitsrelevanten Voraussetzungen des neuen HIN Clients nicht mehr erfüllen.
Das ist vergleichbar mit einem älteren medizinischen Gerät, für das der Hersteller keine aktuelle Software mehr bereitstellt. Das Gerät funktioniert zwar noch, kann aber nicht mehr sicher in die moderne Umgebung eingebunden werden.
Funktioniert der HIN Client 4.0 noch mit Windows 10?
HIN nennt Windows 11 als Voraussetzung für den neuen HIN Client. Praxen, die noch Windows 10 einsetzen, sollten deshalb nicht davon ausgehen, dass sie den HIN Client 4.0 auf diesen Geräten dauerhaft weiterverwenden können.
Die betroffenen Arbeitsplätze sollten einzeln geprüft werden.
Bei einigen Computern ist ein direktes Upgrade auf Windows 11 möglich. Andere Geräte erfüllen die Voraussetzungen von Windows 11 nicht und müssen ersetzt werden.
Dabei sollte nicht nur kontrolliert werden, welches Windows angezeigt wird. Auch der Prozessor, der Sicherheitschip und weitere technische Voraussetzungen spielen eine Rolle.
Weshalb sollte man nicht bis zum automatischen Update warten?
Am 14. September 2026 soll der bestehende HIN Client automatisch aktualisiert werden. Das klingt zunächst bequem.
In einer Arztpraxis ist es jedoch sinnvoller, die neue Version vorher kontrolliert zu testen.
Ein automatisches Update kann beispielsweise an einem Montagmorgen erfolgen, während gleichzeitig Patientinnen und Patienten eintreffen, Berichte verschickt werden müssen und Mitarbeitende auf geschützte Anwendungen zugreifen möchten.
Falls dann ein Arbeitsplatz nicht kompatibel ist, kann dies den Praxisbetrieb unnötig beeinträchtigen.
Eine geplante Installation ausserhalb der Hauptbetriebszeiten bietet mehrere Vorteile:
- Probleme können frühzeitig erkannt werden.
- Nicht kompatible Computer werden rechtzeitig gefunden.
- HIN Mail und geschützte Anwendungen können getestet werden.
- Mitarbeitende werden nicht während der Sprechstunde unterbrochen.
- Bei Bedarf bleibt genügend Zeit für ein Geräteupgrade oder einen Ersatz.
Wie sollte eine Arztpraxis die Umstellung vorbereiten?
Eine saubere Vorbereitung beginnt mit einer Übersicht aller Arbeitsplätze.
Dazu gehören nicht nur die Geräte am Empfang oder in den Sprechzimmern. Auch Notebooks, Reservegeräte, Homeoffice-Arbeitsplätze und Computer in Nebenräumen müssen berücksichtigt werden.
1. Alle Computer erfassen
Zuerst sollte festgehalten werden, auf welchen Geräten der HIN Client verwendet wird.
In vielen Praxen gibt es einzelne Arbeitsplätze, die nur selten genutzt werden. Solche Geräte werden bei einer Umstellung schnell vergessen.
2. Betriebssystem prüfen
Anschliessend wird kontrolliert, ob auf dem jeweiligen Gerät Windows 11 beziehungsweise eine unterstützte macOS-Version installiert ist.
Bei Windows-Geräten sollte zusätzlich geprüft werden, ob ein Upgrade auf Windows 11 technisch möglich ist.
3. Einen Testarbeitsplatz auswählen
Sobald der neue HIN Client verfügbar ist, sollte die Installation zunächst auf einem geeigneten Arbeitsplatz durchgeführt werden.
Dafür empfiehlt sich ein Gerät, das regelmässig genutzt wird, aber bei einem möglichen Problem nicht den gesamten Praxisbetrieb blockiert.
4. Die wichtigsten Abläufe testen
Nach der Installation reicht es nicht, nur zu kontrollieren, ob das Programm startet.
Folgende Abläufe sollten geprüft werden:
- Anmeldung mit der persönlichen HIN-Identität
- Zugriff auf HIN Webmail
- Versand und Empfang von HIN-Nachrichten
- Zugriff auf HIN-geschützte Webseiten
- Anmeldung bei medizinischen Anwendungen
- Verwendung über den Standardbrowser
- Zugriff aus der Praxissoftware, sofern HIN dort eingebunden ist
Beim ersten Login im neuen HIN Client muss das bestehende Passwort einmal bestätigt werden. Das bisherige Passwort kann weiterhin verwendet werden.
5. Weitere Arbeitsplätze geplant aktualisieren
Wenn der Test erfolgreich war, können die übrigen Arbeitsplätze schrittweise aktualisiert werden.
Idealerweise erfolgt dies am Abend, an einem freien Nachmittag oder zu einer Zeit, in der die Praxis nicht vollständig ausgelastet ist.
Was ändert sich bei der Anmeldung?
Die Oberfläche des neuen HIN Clients soll weitgehend vertraut bleiben. Es gibt jedoch Anpassungen beim Anmeldevorgang.
Neu erfolgt die Anmeldung direkt über den Browser. Wird beispielsweise eine HIN-geschützte Webseite oder das HIN Webmail geöffnet, führt der HIN Client direkt zur Anmeldung.
Der bekannte Anmeldeknopf im HIN Client bleibt weiterhin vorhanden. Dieser leitet zukünftig auf die HIN-Startseite weiter, von der aus auf die geschützten Anwendungen zugegriffen werden kann.
Für die Mitarbeitenden bedeutet dies keine vollständige Umstellung der gewohnten Arbeit. Trotzdem ist es sinnvoll, das Team kurz über den neuen Anmeldeablauf zu informieren.
Welche Vorteile bringt der neue HIN Client?
Der neue HIN Client ist nicht nur ein technisches Pflichtupdate.
HIN entwickelt die Identitätsplattform unter anderem im Hinblick auf zukünftige digitale Anwendungen im Gesundheitswesen weiter. Dazu gehören beispielsweise das elektronische Gesundheitsdossier und weitere sichere Anmeldedienste.
Mit dem neuen Client soll zukünftig auch ein Zugriff auf das elektronische Patientendossier möglich sein, ohne dass jedes Mal ein zusätzlicher Faktor wie ein SMS-Code benötigt wird.
Für den Praxisalltag kann dies die Anmeldung vereinfachen. Gleichzeitig bleiben die Anforderungen an Sicherheit und Datenschutz hoch.
Typische Fehler bei solchen Umstellungen
In Arztpraxen sehen wir häufig ähnliche Situationen:
Es wird nur der Hauptcomputer geprüft
Der Arbeitsplatz am Empfang ist aktuell, während ein Computer im Labor oder in einem Sprechzimmer noch mit Windows 10 betrieben wird.
Das Problem fällt erst auf, wenn jemand genau dort auf HIN zugreifen möchte.
Ein funktionierender Computer wird automatisch als geeignet betrachtet
Ein Gerät kann schnell und zuverlässig laufen, aber trotzdem die Anforderungen von Windows 11 nicht erfüllen.
Die technische Kompatibilität muss deshalb separat geprüft werden.
Das Update wird während der Sprechstunde durchgeführt
Auch ein grundsätzlich unkompliziertes Update kann eine erneute Anmeldung oder einen Neustart erfordern.
Solche Arbeiten sollten nicht während eines vollen Praxisbetriebs eingeplant werden.
Es gibt keine aktuelle Geräteübersicht
Ohne Inventarliste ist oft nicht klar, welche Betriebssysteme und Programme auf den einzelnen Arbeitsplätzen vorhanden sind.
Dadurch werden einzelne Geräte oder Benutzer vergessen.
Die Anmeldung wird nicht vollständig getestet
Dass der HIN Client startet, bedeutet noch nicht, dass alle benötigten Anwendungen funktionieren.
Entscheidend ist, dass die tatsächlichen Abläufe der Praxis getestet werden.
Was sollten Arztpraxen jetzt konkret tun?
Arztpraxen sollten bereits vor der Veröffentlichung des neuen Clients folgende Punkte prüfen:
- Auf welchen Geräten wird der HIN Client verwendet?
- Welche dieser Geräte laufen noch mit Windows 10?
- Können diese Computer auf Windows 11 aktualisiert werden?
- Müssen einzelne Geräte ersetzt werden?
- Gibt es Homeoffice- oder Reservegeräte mit HIN-Zugriff?
- Wer führt die Testinstallation ab Mitte August durch?
- Wann können die übrigen Arbeitsplätze ohne Störung aktualisiert werden?
Wer diese Fragen frühzeitig klärt, reduziert das Risiko, dass am 14. September plötzlich ein wichtiger Arbeitsplatz nicht mehr wie gewohnt genutzt werden kann.
Fazit
Der Wechsel auf den HIN Client 4.0 ist eine überschaubare technische Umstellung. Voraussetzung ist jedoch, dass die vorhandenen Arbeitsplätze rechtzeitig kontrolliert werden.
Besonders Praxen mit Windows-10-Computern sollten jetzt prüfen, ob ein Upgrade auf Windows 11 möglich ist oder ob einzelne Geräte ersetzt werden müssen.
Eine Testinstallation ab Mitte August und ein geplanter Rollout auf die weiteren Arbeitsplätze helfen dabei, Unterbrüche während des Praxisbetriebs zu vermeiden.
Die NHC Connector AG unterstützt Arztpraxen bei der Prüfung der vorhandenen Geräte, der Vorbereitung auf Windows 11 sowie bei der kontrollierten Installation und dem Test des neuen HIN Clients. Dabei achten wir darauf, dass die notwendigen Arbeiten möglichst ausserhalb des laufenden Praxisbetriebs durchgeführt werden.